Bahnhof Friedrichstraße

The outside of the Tränenpalast or "Palac...

Image via Wikipedia

Vom Durchgangs-zum Kopfbahnhof und zurück…

Durch die Teilung der Stadt im August 1961 wurde der Bahnhof Friedrichstraße zu einem Kopfbahnhof. Aber als wäre das nicht schon genug, wurde er obendrein auch noch zu einem Grenzübergang für die Menschen aus beiden Teilen der Stadt und natürlich auch für jeden anderen Reisenden. Das Gebäude für die Grenzabfertigung ist noch heute erhalten und auf Grund vielen, teils häufige tränenreichen Abschiede, trägt er den Nahmen „Tränenpalast“.

Für einige Berliner gab es eher wenig Grund zur Traurigkeit oder besser gesagt suchten sie Trost durch den Besuch der Intershops in denen sie die Möglichkeit hatten vor allem zollfreie Zigaretten und Spirituosen günstigst einzukaufen. Es gab aber auch Kosmetika, Kunstgewerbe, Bücher, Schallplatten und Bekleidung gegen Westgeld. Die Zollfahndung machte Kontrollen in Zivil in den Bahnen und der Zugriff erfolgte immer erst unmittelbar nach Verlassen des Bahnhofs da sie auf dem Hoheitsgebiet der DDR nicht aktiv werden durften.

Die erste Eröffnung des Bahnhofs erfolgte im Februar 1882 und es wurden immer wieder Umbauten in den folgenden Jahren vorgenommen. Der anwachsende Verkehr machte es erforderlich neben der Stadtbahn auch für die Fernbahn zwei Bahnsteige zur Verfügung zu stellen.

      

Seit 1923 ist auch der U-Bahnhof fertig und etwa 5 Jahre später wurde aus den Vorortbahnen die Berliner S-Bahn.

Das Denkmal “Züge in das Leben – Züge in den Tod: 1938-1939″ auf dem Dorothea-Schlegel-Platz am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte.

In den 1990er Jahren erfolgte eine umfassende Sanierung die mit ca. 220 Mio. DM zu Buche schlug. Die Investitionen erfolgten durch die Deutsche Bahn und es langte auch noch die Fassaden mit glasierten Terrakottasteinen zu verklinkern. Es entstanden viele Geschäfte, Tunnel und Aufzüge wurden ebenfalls geschaffen.

Die RE-Züge fahren den Bahnhof wieder seit 1999 an (Bahnsteig A/B). Die Bahnsteighallen haben ein neues Gesicht erhalten, die DDR-Bauelemente sind alle wieder entfernt, keiner will mehr eine zwischen beiden Bahnsteighallen eingezogene stählerne Sichtschutzwand oder eine grau-grüne Wandverkleidung (die beiden von der DDR bevorzugten Farben).

Ich habe nie eine Beziehung zu diesem Bahnhof gehabt, erinnere ich doch nur an die negativen Geschehnisse welche während meiner Kindheit und Jugend dort stattfanden. Aber sicher wird das dem Bauwerk so nicht gerecht und so war ich doch noch einige male dort in der letzten Zeit um mir einen völlig unverblendeten Überblick zu verschaffen.

Kann ich insbesondere jedem Berliner nur raten…

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2 Gedanken zu “Bahnhof Friedrichstraße

  1. Das dritte Foto sieht mir eher nach Ostbahnhof aus. ;-)

    Übrigens, eine interessante Rand-Info zum Bahnhof Friedrichstraße: Dessen Aufzüge sind noch langsamer als die im Hauptbahnhof.

    Persönlich kann ich es kaum erwarten dass Friedrichstr. als Umsteigebahnhof durch die U5-Verlängerung und die S 21 entlastet wird.

    Beste Grüße

  2. Hallo Michael,

    nun komme ich auch bei dir mal gucken, was du für einen Blog hast. :-) Wie ich sehe, geht es rund um Berlin. Ich war letztes Jahr das erste Mal in Berlin und fand es ganz schön berührend unter dem Brandenburger Tor zu stehen, wenn man bedenkt, dass es Zeiten gab, in denen das nicht so möglich war.

    Liebe Grüße,
    Martina

Was ich noch zu sagen hätte...

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