Vom Berliner Sportpalast zum Sozialpalast

Pallasseum – Schöneberg

Einst fand hier das Sechstagerennen statt, es sprachen Redner aller Couleur zum Volk und er wurde als Konzerthalle genutzt.
Nun wird man ihn allerdings vergeblich suchen, der Sportpalast wurde aus „wirtschaftlichen“ Gründen bereits im November 1973 abgerissen.
Bereits vor dem Fall der Berliner Mauer war man in dieser Stadt sehr nachhaltig damit beschäftigt „Altes“ nicht mehr wirtschaftliches abzureißen. Nicht zuletzt durch diese Mentalität hat Berlin auch keine Altstadt im eigentlichen Sinn.

Potsdamer / Pallasstr. 1970 mit Sportpalast

An Stelle des Sportpalast wurde an gleicher Stelle im Rahmen eines Förderprogramms für den sozialen Wohnungsbau ein zehnstöckiges bis zwölf stöckiges Gebäude mit Galeriegängen auf den Etagen und einer beachtlichen Ausdehnung von der Potsdamer Straße bis in die Pallasstraße und dort endet das Grauen Passenderweise erst am Hochbunker Pallasstraße, die zuvor auch noch von dem Bauwerk überbrückt wird.

 

Potsdamer / Pallasstr. 2012

Die Berliner nennen das Gebäude „Sozialpalast“, was das Quartiersmanagement nun überhaupt nicht gerne hört. Ehemals Wohnanlage am Kleistpark oder auch Pallasseum, findet da schon mehr Anklang. Entschieden hat man sich 2001 nach einem „Bewohnerwettbewerb“ schließlich doch für den Namen „Pallasseum“.
Ich persönlich kenne allerdings keinen Menschen der diesen Namen benutzt, wohne aber auch nicht in Schöneberg.

Wie nicht anders zu erwarten, entwickelte sich diese Anlage mit ihren über 500 Wohnungen im laufe der Zeit zu einem sozialen Brennpunkt. Durch Vandalismus wurden erhebliche Schäden verursacht und die Wohnanlage verselbstständigte sich zu einem Territorium mit eigenen oder besser überhaupt keinen Gesetzen im herkömmlichen Sinne.

Man wird es kaum glauben, aber auch hier hat man auf Grund der außer Kontrolle geratenen Situation wieder einmal über einen totalen Abriss des Gebäudes nachgedacht. Ist aber anders gekommen, mit Hilfe von Sozialarbeitern, Übersetzern und eines Quartiermanagers wollte man versuchen die Lage zu verbessern. Man ist allerdings trotz einiger unbestrittener Erfolge bis heute nicht Herr der Lage geworden und es gibt noch viel zu tun.

   

Bleibt noch zu hoffen, dass die erforderlichen Mittel nicht auch hier derart runter gefahren werden, das irgendwann gar nichts mehr geht. Man müsste dann wieder bei Null beginnen und es würde Jahre dauern auf den jetzigen Stand zu gelangen.

    

Ich empfehle jedem sich einmal mit den Realitäten des Pallasseums vertraut zu machen. Fahrt einfach mal zur Potsdamer Straße/Ecke Pallasstraße und seht selbst. Ihr werdet auch viele Gaststätten, Reisebüros und Imbisse mit mediterranen Angeboten finden, es könnte fast wie ein Kurzurlaub an das Mittelmeer sein, wen da nur nicht…dieses schlechte Wetter wäre.

Auch für die Architektur Interessierten dürfte das eine Lektion in Sachen Boton Wohnzellen für über 2000 Menschen sein und Soziologen könnten mit der nötigen Distanz den zunehmende Migrantenanteil unter den Bewohnern verfolgen.
Also setzt euch mal in den Bus M 85 und seht euch in aller Ruhe das Werk von Jürgen Sawade, seines Zeichens Architekt, an.

Der Eintritt ist frei.

 

Hier ist ein kleines Nasch-Paradies

Nur wenige Minuten(5 Stationen mit dem Bus) und ich stehe in diesem prächtigen Geschäft.

Vor lauter Leckereien kann ich mich wieder mal kaum entscheiden und ich lasse erst einmal das ganze Ambiente auf mich wirken, stelle mir vor wie ich mir etwas dieser Köstlichkeiten auf der Zunge zergehen lasse und dabei zu höchster Befriedigung meiner Sinne komme. Ja, diese Köstlichkeiten zu sich zu nehmen, ist die Erotik des Alters in vollendeter Form.

Das Personal ist freundlich und entspannt, es kennt sich auch mit der Materie sehr gut aus und den Rest macht ja die Kasse…

Ach so, gekauft habe ich wieder das Produkt aus meiner “Ersten Begegnung”dieser Art, da ich ja wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt, nur beste Erfahrungen bei meinem 1. Mal mit Leysieffer hatte.

Ich mache es auch immer alleine, nie mit Freund oder Freundin und erst Recht nicht in einer Gruppe!

Ich habe nämlich festgestellt, das ich nur so auch auf meine Kosten komme ;-)

Also Südberliner, ab in die Schloßstraße 26 und die Qual der Wahl in der bereits oben erwähnten Confiserie erleben. Natürlich könnte man auch etwas für einen lieben Menschen zu Weihnachten oder einfach nur so mal, dort erwerben. Mein diesbezügliches Verhalten sollte da kein abschreckendes Beispiel sein, obwohl ich doch meine…

Siemensstadt

Walter Gropius war auch einmal in Siemensstadt.

Einige Wohnblocks des Bauhausgründers Walter Gropius werden zu den modernen Mietwohnungsbauten Deutschlands gezählt.

Stimmt, die meist klaren und einfachen Formen sind schon bestechend. Andere Blocks am Anfang des Jungfernheidewegs fallen eher durch ihre Rundungen und Dachaufbauten auf die einen durchaus an die Aufbauten eines großen Passagierschiffs erinnern können.

Viele der Gebäude verfügten auch über große Dachgärten und Balkone, an den Gartenseiten befinden sich verglaste Loggien. Ein eigenes Heizwerk und eine riesige Wäscherei waren noch in den 50ziger Jahren in Betrieb. Alle Wohnungen in den damals noch weißen Blocks waren zentral geheizt und Warm Wasser wurde auch vom Heizwerk geliefert.

Die Wohnungen selbst haben teilweise einen sehr eigenartigen Grundriss, so findet man Zimmer mit einer runden Wand oder auch in eine der Ecken spitz zulaufend. Das schreit nach Maßmöbeln. Zum Teil hat so eine Wohnung WC und Bad zwar getrennt, aber das Bad besteht im original nur aus einem kleinen Raum von etwa 4 bis 5 Qm und ist nur mit einer freistehenden Badewanne ausgestattet. Das WC hat etwa 4 Qm und beinhaltet eine Kloschüssel sowie ein Miniaturwaschbecken. Viele der Wohnungen verfügen über 2 Miniatur-Dielen von ca.3 qm Größe, auch nicht der Hit.

Ich glaube auch dass diese Bauten für die 30ziger Jahre sicher mehr als fortschrittlich waren, aber vier Jahrzehnte später waren sie nur noch eingeschränkt zu nutzen.

Aber Siemensstadt ist kein Bauhaus-Museum weil da nun in etwa 4 Straßenzügen Blocks von Gropius stehen (Großsiedlung Siemensstadt). Siemensstadt war schon vorher da und Siemens auch, dort arbeitete nämlich ein Großteil der Einwohner. Die wohnten in den restlichen Straßenzügen in Mehr- und Einfamilienhäuser der Siemensstadt. Auch Siemens ließ durch eine eigene Baufirma und Wohnungsbaugesellschaft viele Wohnungen errichten.

Deutsch: Gebäudezeile (Mäckeritzstraße 6-14) v...

Image via Wikipedia

In Nähe des Rohrdamms, Richtung Saatwinkler Damm wurden in den Dreiziger Jahren bereits kleinere Reihenhäuser für Arbeiter errichtet, ähnlich der Hufeisensiedlung in Britz.

Dank Siemens war Siemensstadt auch einmal mit der S-Bahn (Siemensbahn) zu erreichen. Aber sie wurde still gelegt und die U-Bahn soll sie ersetzen. Nun Gut, am Anfang war da Siemens, dann die Werkssiedlungen für die Beschäftigten, später fand auch privater Wohnungsbau statt und der Ort war von guter Wohnqualität mit entsprechender Infrastruktur.

Ich habe dort meine Kindheit und Jugend verbracht und könnte sicher noch so manches berichten, aber das könnte leicht den Rahmen sprengen und vor allen auch die Geduld der sich hoffentlich einfindenden Leser!